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Mensch-Hund-Beziehungen
 

Beispiel "Topf" und "Deckel" passen nicht:

Meine persönliche "Hitliste unrund laufender Mensch-Hund-Beziehungen" wird von "problematischen" Paarungen angeführt, deren Schwierigkeiten klar auf der Hand liegen: Lebenssituation und Vorstellung des Menschen vs. art- und rassegerechten Bedürfnissen des ("eigentlich") geliebten Vierbeiners.
 
Es ist leider Realität, dass sich viele Hundehalter ihren (zukünftigen) Wegbegleiter rein nach Optik und "Sympathie" aussuchen/ausgesucht haben, sich im Vorfeld aber nicht mit dem Wesen des Hundes bzw. der Rasse selbst auseinander setzen.
 
Rassen, deren Zuchtursprung Nutzen und Arbeit haben (Herdenschutz, Treiben, Hüten, Jagd), kommen in Familien oder zu allein stehenden und sollen sich dort mit ihrer langweiligen Rolle als "Spielkamerad" für's Kind oder "dekorativer Begleiter" zufrieden geben - Stress auf allen Seiten ist vorprogrammiert. Dies gilt auch für entsprechende Mischlinge.

Beispiel Anspringen:

Von (s)einem Hund zur "Begrüßung" oder generell angesprungen zu werden, hat (je nach Beziehung zwischen Mensch und Hund) nur selten etwas mit Freude über das (Wieder)Sehen zu tun, sondern ist eher Distanz- und Respektlosigkeit, ggf. auch Korrektur vom Hund ggü dem Menschen.
 
Einem Hund ist es zudem völlig egal, ob sein Gegenüber in guter Kleidung oder Arbeitskleidung vor ihm steht: durfte er den Mensch Gestern in Arbeitskleidung anspringen, darf er es aus seiner Sicht und nach seinem Verständnis (weil es ihm so "beigebracht" wurde) auch dann, wenn der Mensch sich schick gemacht hat.

Beispiel Leinenführigkeit:

Nicht selten habe ich mit Hunden zu tun, die keine so genannte Leinenkultur beigebracht bekamen, sprich: sie ziehen und zerren wie blöde.
 
Dass hierbei nicht nur der Arm des Hundeführers, sondern vor allem der Kehlkopf (Luftröhre!), die Halswirbel sowie Schultergelenke des Hundes im Lauf der Jahre Schaden nehmen und man den Hund in möglichen Gefahrensituationen nicht unter Kontrolle halten kann, wird leider allzu oft nicht bedacht.

Beispiel Anschlagen, wenn es klingelt:

Entgegen der weitläufigen Meinung, ein Hund muss melden, ist es eher Tatsache, dass es Stress für die Hunde bedeutet, wenn sie statt des Mensches die Lage im Griff haben müssen.
 
Menschen interpretieren dieses Verhalten nur allzu gerne als "Beschützerinstinkt" und fühlen sich gut, wenn sie es dem Hund wert zu sein scheinen, dass er sie "beschützen" möchte.
 
Von möchten kann aber leider in den allerwenigsten, rassetypischen Fällen die Rede sein - eher von müssen, da sich der Hund von seinem Mensch aufgrund der fehlenden zuverlässigen Führung im Stich gelassen fühlt und sich somit anderweitig selbst zu helfen versucht.

Beispiel Futter als "Liebesbeweis":


Sehr oft erliegen Hundehalter dem treuherzigen Blick ihres Vierbeiners oder haben (warum auch immer) "ein schlechtes Gewissen", welches sie versuchen mit allerlei Futterstücke zu kompensieren - als Folge dessen wird der Hund dick und ungelenkig.
 
Was im Großen und Ganzen als "nur gut gemeint" abgewunken wird, kann für den Hund schwere gesundheitliche Schäden mit sich bringen: Übergewicht greift Organe an und strapaziert Gelenke, wodurch schwere, manchmal auch chronische Erkrankungen auftreten.

Beispiel den Hund unterdrücken und unterwerfen:

Es gibt sie leider immer noch: die Neandertaler der Hundeerziehung.

Einem Hund vermittelt man durch direkte, körperliche, negative Einwirkung (Gewalt) keine Beachtung aus Respekt, sondern eher Beachtung aus Angst bei. Angst führt zu Unsicherheit und Unsicherheit zu Verhaltensweisen, die einen eigentlich völlig normalen Hund als "Problemhund" darstellen - made by Mensch.

Jeder Hund beachtet seinen Menschen mit Respekt, wenn dieser weiß, sich positiv und souverän "zu verkaufen" - sprich: dem Hund durch bedachtes, hunde-versiertes Auftreten die Sicherheit zu vermitteln, für den Schutz des Hundes zu sorgen.
Dies ist in kürzester Zeit erfolgreicher, als wenn man meint, ihn viele Male auf den Boden werfen zu müssen oder andere, körperliche Gewalt anwendet.

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